Pressearchiv der Möbelmacher Januar 2002

Abendzeitung, Dienstag, 28.05.2002

Der alte Kleiderschrank tut es auch noch länger

Die Möbelbranche leidet am stärksten unter der Kaufzurückhaltung

"Möbelkäufe schieben Kunden eher als andere Ausgaben auf die lange Bank", sagt André Kunz vom Möbelhandelsverband. "Auch wenn einem der alte Kleiderschrank nicht mehr gefällt, kann man die Hemden schließlich weiter reinhängen."

Die Möbelbranche leidet besonders unter dem Käuferstreik. Um 14 Prozent ging der Umsatz im ersten Quartal 2002 zurück - so stark wie in keiner Branche.

Eine Reihe von Firmen steht am Rande des Abgrunds. Bei der Handeslkette Möbel Walther, die auch eine Filiale in Ulm hat, erhielten bis März 1000 von 5000 Beschäftigten die Kündigung. "Unsere Sanierungsmaßnahmen werden greifen", macht sich Betriebsratschef Heinz Günther Mut. Trotz des Sparkurses wird´s für die Kette eng: Kommt nicht bald von irgendwoher mehr Geld, droht schlimmstenfalls die Insolvenz.

An der Misere ist ein Auftrags-Einbruch um 17 Prozent im ersten Quartal schuld. Schwacher Trost für den Vorstand und die Belegschaft: Auch die Konkurrenz steht nicht viel besser da. Der Paderborner Hersteller Welle Möbel meldete Insolvenz an, genauso der Büromöbel-Spezialist Voko Pohlheim.

>>Die Branche hat sich selbst runtergewirtschaftet<<

Aber liegt´s wirklich nur an der Sparsamkeit der ""Jahrelanges Missmanagement hat unser Unternehmen ruiniert", hieß es in der Belegschaft des Einrichtungsriesen Möbel Krügel, der Mitte Februar Insolvenz beantragte. "Die Branche hat sich selbst runtergewirtschaftet", urteilt auch Herwig Danzer vom Einrichtunghaus "Die Möbelmacher" im fränkischen Unterkrumbach. Viele Unternehmen verkaufen ihre Ware hauptsächlich über niedrige Priese. Da fällt die Beratung hinten runter. " Danzer setzt statt dessen auf solide Maßfertigung. Der Erfolg gibt ihm Recht: Die "Möbelmacher" konnten ihren Umsatz gegenüber 2001 bisher halten.

Seine klare Identität kommt auch dem Branchenprimus Ikea zugute. Mit liebevoller Akribie pflegen die Schweden ihr Image als unkonventionelles Möbelhaus. Der Verbraucher dankt`s dem Unternehmen mit Treue. Der Umsatz bei Ikea ging im ersten Quartal nur leicht zurück. Für den Ballungsraum München denkt das Unternehmen bereits über eine dritte Niederlassung nach.

Bildzeitung vom 15.Mai 2002

Original regional

Ein fränkisches Haus vom Keller bis zum Dach

Von ANDREA BRÖSEL

Unterkrumbach - Herwig Danzer (39) steht gut gelaunt in seiner Küchenschublade. Er wiegt schlappe 80 Kilo und fragt begeistert: "Sehen Sie?" Die Schublade hält!" Das gute Stück ist nämlich aus fränkischem Massivholz, in dem Schrauben bombenfest sitzen. - Was für die Schublade gilt, gilt für sein ganzes Haus, das aus fränkischem Holz, von fränkischen Handwerkern gebaut wurde.

Danzers Heim ist ein Projekt des "Initiativkreises Holz aus der Frankenalb", der die regionale Wirtschaft ankurbeln will. Der Hausherr ist Mitglied im Initiativkreis und erklärt: "Wir müssen was fürs heimische Holz tun. Es bringt aber nichts, Werbeprospekte zu drucken. Die landen im Abfalleimer. Objekte müssen her, mit denen die Leute was anfangen können!"

Und da er und seine Frau sich 1999 sowieso nach einem neuen Heim umsahen, nahm der Initiativkreis kurzerhand den Bau des fränkischen Holzhauses in Angriff. 70 Kiefer- und Lärchenbäume wurden dafür in den nur vier Kilometer entfernt liegenden Wäldern gefällt. Auch sämtliche Handwerker kamen aus der Umgebung. "Den Anreiserekord hät der Fliesenleger mit nur 2,1 Kilometern. Die weiteste Reise machte unser Kamin-Ofen aus Neumarkt - 45,5 Kilometern. Warum muss auch immer alles von weither kommen? Das Gute liegt doch so nah."

Seit fünf Wochen wohnen er, seine Frau Ute (41), Tochter Laura (13) und Katerchen Felix (2) nun in Ihrem zweigeschossigen, 170 Quadratmeter großen Haus, das ein Unikat ist. Es wurde nämlich ganz nach ihren Wünschen für rund 230000 Euro gebaut, dient jetzt als Musterhaus. Wer Lust hat, kann bei den Danzers vorbeigucken und sich davon überzeugen, dass sich fränkische Wertarbeit sehen lassen kann.

1500 Neugierige sind schon durch ihr Heim marschiert. Nervt das nicht? Der Hausherr schüttelt mit dem Kopf. "Überhaupt nicht. Die Leute melden sich ja auch meistens vorher an." Und wenn sie überfallartig vor der Tür stehen? "Ach, das kriegen wir dann auch hin..."

Bildunterschriften:

Stolzer Hausbesitzer: Herwig Danzer freut sich über sein original-regionales Heim aus Holz

Ute Danzer ist in ihre Badewanne verliebt. Die ist aus Zedernholz, hält das Wasser besonders lange warm

Lichtdurchflutete 170 Quadratmeter: Die Danzers stehen auf ihrer Galerie, gucken aufs Esszimmer

"Bei uns spielt sich das Familienleben in der Küche ab", sagen Ute und Herwig Danzer

Daniela Schröder am 8.Mai 2001 für eine deutsche Presseagentur:

Das regionale Musterhaus

Utl: Handwerker und Material aus 100 Kilometer Umkreis – Bewohner informieren Besucher

Von Daniela Schröder

Unterkrumbach. Ein komplett eingerichtetes und dazu bewohntes Haus sagt mehr über das Können von Handwerkern als jedes Firmenprospekt. Auf diese simple Formel baute der Initiativkreis „Holz aus der Frankenalb“ vor zwei Jahren mit der Idee zu einem regionalen Musterhaus. In Unterkrumbach bei Hersbruck stellten fränkische Handwerker mit Materialien aus Franken ein modernes Holzwohnhaus auf den Acker. Um die Lebensqualität jederzeit und hautnah beweisen zu können, zog die Familie von Initiativkreis-Mitglied und Möbelhersteller Herwig Danzer Ende März in den lichtdurchfluteten Neubau. Nach Anmeldung steht die elegante Lärchen-Tür interessierten Besuchern ab sofort offen.

Noch räumen die Danzers ihre letzten Bücher und Tassen aus den Umzugskartons in die Regale und Schränke. Knapp 50 Quadratmeter bewohnten Danzer, Ehefrau Ute und Tochter Laura bisher. Das L-förmige Musterhaus bietet auf zwei Ebenen mehr als die dreifache Fläche. Die ökologisch orientierte Bauweise ist laut Herwig Danzer nichts Ungewöhnliches. Der siebenschichtige Wandaufbau des Musterhauses entspreche dem baubiologischen Standard.

„Das Wort Musterhaus ist eigentlich irreführend“, sagt der Bauherr. „Es kann ja nicht wie ein Fertighaus am Sonntag besichtigt und dann am Montag bestellt werden.“ Das nach den Wünschen der Danzers von einem befreundeten Architekten mit vielen Extras individuell geplante Domizil soll keine Stangenware, sondern „praktisches Beispiel für regionale Wirtschaftskreisläufe sein“, sagt Danzer. „Bisher geht der Holzhausboom leider noch am heimischen Wald vorbei.“ Aus Skandinavien und Kanada stamme das Baumaterial der üblichen Holzhäuser.

Zum Initiativkreis gehören die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land, das Forstamt Hersbruck, das Naturschutzzentrum Wengleinpark, die landkreiseigene Energieagentur ENA und die Handwerkskammer Mittelfranken. Danzer zufolge will die Initiative zeigen, dass auch im Zeitalter der Globalisierung die Materialien und die Arbeitskraft aus der Region zur Lebensqualität der Gesellschaft beitragen. Daher sei das Musterhaus als Informationsquelle gedacht, die potenzielle Häuslebauer zum regionalen und ökologischen Bauen begeistern könne. Zudem solle der Absatz von heimischem Holz angekurbelt werden.

Die Kalksteinplatten der Böden stammen aus Sollnhofen, die Tonziegel aus Langenzenn und das für Bau und Einrichtung verwendete Kiefern- und Lärchenholz aus der Hersbrucker Alb. Alle beteiligten Handwerksbetriebe sitzen im Umkreis von weniger als 100 Kilometern. Die kurzen Anfahrts- und Transportwege schonten die Umwelt und den Geldbeutel. Auf rund 230.000 Euro beziffert Danzer die reinen Baukosten. Für kellerlose Holzhäuser entsprechender Größenordnung sei dies der übliche Preis.

Das Bauholz wurde auf der firmeneigenen Säge der Möbelmacher geschnitten. Wärme liefert die Heizung der Werkstatt mit Briketts aus Sägespänen. Auch die Strom- und Wasserversorgung des Wohnhauses läuft über die benachbarte Werkstatt. Dort entstand die komplette Inneneinrichtung, bei der die Danzers nicht geizten. „Wir wollten zeigen, dass die Möbelmacher nicht nur Schreiner, sondern vor allem auch Einrichter sind“, sagt der Bauherr. Die Leistungsfähigkeit der Küche aus Buche, Granit und Edelstahl sei bereits in mehr als 50 Fernseh-Kochshows von Spitzenköchen getestet und für gut befunden worden.

Offen und hell ist der Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss mit Stahlkamin und überdimensionalem Esstisch. Im Obergeschoss gehen die Schlaf- und Badezimmer bis zum Dachgiebel. Prunkstücke des Elternbads sind die Badewanne aus Zedernholz und das Schiffs-Bullauge in der Tür. Auch bei Beleuchtung und Vorhängen fanden die Danzers modernste Lösungen in Design und Technik.

Das Musterhaus in Unterkrumbach gehört zum Umweltpakt Bayern II. Auch das Bundeswirtschaftsministerium nahm es in die Liste der Vorzeigeprojekte in Deutschland auf. Nur vier Kilometer entfernt liegen die Wälder, in denen die Handwerker 70 Kiefer- und Lärchenbäume für das Haus fällten. Das entspricht nach Angaben Danzers dem Prinzip der Nachhaltigkeit: Es würden nur so viele Bäume gefällt, wie auch neue wachsen. Pro Tag könnten der Rechnung des Initiativkreises zufolge fünf Häuser mit Holz aus dem Nürnberger Land gebaut werden, ohne das ökologische Gleichgewicht zu zerstören.

http://www.die-moebelmacher.de/musterhaus

Der Deutsche Schreiner von Johannes Niestrath 4/2002

Titelthema: Kinder brauchen Kisten

Die Kindermöbel der „Möbelmacher“ bestehen aus Containern, die in der Studentenbude immer noch ihren Zweck erfüllen.

Das Konzept ist einfach und überzeugend: Stabilität und Wandlungsfähigkeit sind die wichtigsten Kriterien für gute Kindermöbel. Erwachsene neigen dazu, Kinderzimmer mit kindlichen, eigentlich aber kindischen Motiven zu überfrachten, welche die Phantasie der Kinder anregen sollen – das Gegenteil ist der Fall.

Effekte sorgen für kurze Begeisterung, werden aber genauso schnell langweilig. Ein einfaches Bett ist mal Schiff, mal Zug, mal Höhle; ein auf Auto gestyltes Bett bleibt immer nur Auto. Phantasie wird durch einfache, offene Gestaltung herausgelockt, die viel Raum lässt, nicht durch „kindische“ Formgebung, die mit platten Motiven gewinnen will.

Nach dieser Philosophie verkaufen die Möbelmacher aus Unterkrumbach seit mehr als zehn Jahren ihre Kindermöbel. Die schlichten Kisten aus Massivholz sind in unzähligen Variationen zu kombinieren. Farbige Details können ausgetauscht werden. Der Wunsch nach einem neuen Zimmer wird so nicht zur Katastrophe, er ist vielmehr im Konzept vorgesehen. Das beste Möbel erweist sich dabei wieder einmal zugleich als das preiswerteste.

Die Möbelmacher gehen davon aus, dass sich ihre Kisten in der ersten eigenen Bude der „großen Kinder“ wiederfinden werden. Dem trägt auch die aufwändige natürliche Oberflächenbehandlung mit Leinöl Rechnung. Möbel vom Schreiner sollten mit den Jahren immer schöner werden! Die „Kisten“ der Möbelmacher können auch noch nach vielen Kinderjahren problemlos „aufgemöbelt“ werden.

Infos unter www.die-moebelmacher.de

Landkreistreff April 2002 von Michael Scholz
(als pdf-Datei, weils so schön ist)

Unterkrumbacher Werkstatt-Tage -
Podium für regionale Könner

Die Unterkrumbacher Werk-statt-Tage bei den „Möbelmachern “ vom 19..bis 21.April ver-binden bereits zum sechsten MalKunst und Handwerk.Neben einerAusstellung des Pfinzing-Gymnasi-ums und einem Konzert des Colle-gium Musicum Hersbruck stehtdiesmal das Thema „Holz aus derRegion “,unter anderem mit einerhochrangig besetzten Podiumsdis-kussion, im Blickpunkt.Studienrat Ulf Geer und seinGrundkurs Kunst haben sich vori-ges Jahr intensiv mit dem Maler-handwerk beschäftigt.Sie vertief-ten sich zunächst in die Theorie des 19.und 20.Jahrhunderts.Am interessantesten war jedoch derVersuch,ein Meisterwerk aus die-ser Zeit zu kopieren.Die Schüler setzten sich mit den Qualitäten und den technischen Anforderun-gen auseinander.Vorgenommenhaben sie sich Werke von Cezan-ne,Van Gogh,de Goya,Monet,Münter,Marc und Macke,kurz:„Der Weg in die Moderne “.Vernis-sage ist am 19.April um 19 Uhr.Das Werkstattkonzert findet am21.April um 18 Uhr statt.Das Col-legium Musicum bringt Händels„Wassermusik “,J.M.Molters „Klei-nes Karlsruher Markgrafenkonzert “für Violoncello und Orchester so-wie D.Cimarosas Konzert für zweiFlöten und Orchester.Solisten sindKunstlehrer Ulf Geer sowie die hei-mischen Flötistinnen Corinna Nol-lenberger und HeidiKraus.Wie bei denWerkstatt-Tagen üblich,erläutert Orchester-Lei-terin Susanne PflaumerWerke und Komponis-ten.Auf Holz bauenUm reine Hand-werkskunst geht esbeim Hauptthema „Holz aus derRegion “,das der Initiativkreis Holzaus der Frankenalb erstmals zu-sammen mit dem LandratsamtNürnberger Land den Bürgern an-hand zweier Infotage,einer Podi-umsdiskussion und der Vorstel-lung des regionalen Musterhausesnäher bringen will.Waldbesitzer,private und öf-fentliche Bauherren können sichbei der Diskussionsrunde amSonntag um 10.30 Uhr zum The-ma „Wirtschaftsfaktor Holz aus derFrankenalb -Förderungen derHolzverwertung in privaten und öf-fentlichen Haushalten “ informie--ren.Das Podium ist kompetent be-setzt mit Landrat Helmut Reich,Bürgermeister Wolfgang Plattmei-er,dem Vorsitzenden der Forstbe-triebsgemeinschaft NürnbergerLand,RichardSperber,und demVorsitzenden desBauernverbandes,Helmut Schmidt.Sie diskutierendann unter ander-em mit dem extraaus Bonn ange-reisten Marke-tingchef des Holz-absatzfonds,Manfred Filippi,Wolfgang Stümp-fel vom gleichna-migen Sägewerkin Schnaittachvertritt den Initia-tivkreis.Das regionaleMusterhaus derHolzinitiativesteht direkt ne-ben den Veran-staltungsräu-men.Das seitkurzem zu den„Best Practice “-Projekten desBundeswirtschaftsministeriumszählende Vorzeigeprojekt erfülltalle Forderungen des Initiativkrei-ses Holz:Das Bauholz,das Holzfür die Einrichtung und dasBrennholz,beziehungsweise diezu Briketts gepressten Späne derMöbelmacher,stammen wie diebeteiligten Handwerker aus derHersbrucker Alb.Gefördert wurdees von der Forstbetriebsgemein-schaft sowie dem LandratsamtNürnberger Land und der Raiffei-senbank Hersbruck.Mitglieder des Initiativkreises -vom Zimmermann bis zur Energie-beratungsagentur ENA -sowie amMusterhaus beteiligte Handwerkerstehen am Samstag,20.April,undSonntag,21.April,zwischen 10und 17 Uhr vor Ort Rede und Ant-wort.Sie möchten nicht nur priva-te,sondern auch öffentliche Bau-herren von den Vorzügen regiona-ler Materialien und Kompetenzenüberzeugen.Außerdem informie-ren führende Hersteller über dasThema Heizen mit Scheitholz,Pel-lets oder Hackschnitzeln.EinenBlick über den regionalen Teller-rand ermöglicht der Stand desEine-Welt-Vereins Cocoyoc undder Gruppe der lokalen Agenda21.Wie immer führen Fachleutedes Bund Naturschutz und desForstamtes durch heimische Wäl-der,Samstag um 15 Uhr,Sonntag,14.30 Uhr.Weitere Infos unter www.die-moebelmacher.de/iha.Text:Herwig Danzer/Ulf Geer/Fotos:Martin Barth/Herwig Danzer

Hersbrucker Zeitung vom 18.4.02

"Ehe" von Kunst und Handwerk

UNTERKRUMBACH - Die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage vom 19. bis 21. Aprilverbinden bereits zum sechsten Mal Kunst und Handwerk.

Neben einer Ausstellung des Pfinzing-Gymnasiums und einem Konzert des Collegium Musicum Hersbruck steht diesmal das Thema "Holz aus der Region", unter anderem bei einer Podiumsdiskussion, im Blickpunkt. Studienrat Ulf Geer und sein Grundkurs Kunst haben sich voriges Jahr intensiv mit dem Malerhandwerk beschäftigt. Sie vertieften sich zunächst in die Theorie des 19. und 20. Jahrhunderts. Am interessantesten war jedoch der Versuch, ein Meisterwerk aus dieser Zeit zu kopieren. Cezanne, Van Gogh, de Goya, Monet, Münter, Marc und Macke werden als "Weg in die Moderne" bei der Vernissage am Freitag, 19. April, um 19 Uhr vorgestellt. Am Sonntag, 21. April um 18 Uhr bringt das Collegium Musicum Händels "Wassermusik" (diesmal kein Aprilscherz, HZ) , J.M. Molters "Kleines Karlsruher Markgrafenkonzert" für Violoncello und Orchester sowie D. Cimarosas Konzert für zwei Flöten und Orchester. Solisten sind Kunstlehrer Ulf Geer sowie die heimischen Flötistinnen Corinna Nollenberger und Heidi Kraus. Wie bei den Werkstatt-Tagen üblich, erläutert Orchester-Leiterin Susanne Pflaumer Werke und Komponisten.

Um reine Handwerkskunst geht es beim Hauptthema "Holz aus der Region", das der Initiativkreis Holz aus der Frankenalb erstmals zusammen mit dem Landratsamt bei zwei Infotagen samt Podiumsdiskussion und Vorstellung des regionalen Musterhauses näher bringen will. Waldbesitzer, private und öffentliche Bauherren können sich bei der Diskussionsrunde am Sonntag um 10.30 Uhr zum Thema "Wirtschaftsfaktor Holz aus der Frankenalb - Förderungen der Holzverwertung in privaten und öffentlichen Haushalten" informieren. Am Podium Landrat Helmut Reich, Bürgermeister Wolfgang Plattmeier, Forstbetriebsgemeinschaft-Vorsitzender Richard Sperber und Bauernverbands-Chef Helmut Schmidt. Aus Bonn stößt dazu der Marketingchef des Holzabsatzfondes Manfred Filippi , aus München der Vorsitzende des Verbands der bayerischen Säge- und Holzindustrie Dr. Welsch. Wolfgang Stümpfel vom gleichnamigen Sägewerk in Schnaittach vertritt den Intitiativkreis. Das regionale Musterhaus der Holzinitiative steht direkt neben den Veranstaltungsräumen. Das seit kurzem zu den "Best Practice"-Projekten des Bundeswirtschaftsministeriums zählende Vorzeigeprojekt erfüllt alle Forderungen des Initiativkreises Holz: Handwerker, Möbel, Bau- wie Brennholz stammen allesamt aus der Hersbrucker Alb. Mitglieder des Initiativkreises und Handwerker stehen am Samstag, 20. April, und Sonntag, 21. April, zwischen 10 und 17 Uhr vor Ort Rede und Antwort. Sie möchten nicht nur private, sondern auch öffentliche Bauherren von den Vorzügen regionaler Materialien und Kompetenzen überzeugen. Außerdem informieren führende Hersteller über das Thema Heizen mit Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzeln. Einen Blick über den regionalen Tellerrand ermöglicht der Stand des Eine Welt-Vereins Cocoyoc und der Gruppe der lokalen Agenda 21. Wie immer führen Fachleute des Bund Naturschutz und des Forstamtes durch heimische Wälder, Samstag um 14 Uhr, Sonntag, 14.30 Uhr. Infos: www.die-moebelmacher .de/iha.

Hersbrucker Zeitung vom 11.April 2002, Wohnbeilage

Das regionale Musterhaus in Unterkrumbach

Landrat Helmut Reich hat schon im letzten Jahr am Tag der Regionen in Engelthal das regionale Musterhaus als "Vorzeigeobjekt des Landkreises" bezeichnet. Bestätigt wurde diese Anerkennung des Holzhauses aus den Materialien und von den Handwerkern aus der Region jetzt durch die Auszeichnung "Best Practice" im Handwerk durch das Bundeswirtschaftsministeriums. Für das Expertenteam aus den Bereichen Forstwirtschaft, Handwerk, Energiewirtschaft, Architektur, und Umwelt- und Naturschutz , das sich den Namen Initativkreis Holz aus der Frankenalb gegeben hat, unterstützt dieses "Lob" die schon 1999 begonnene Arbeit für die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe und den stärkeren Einsatz des heimischen Holzes. Der Geschäftsführer Dipl. Ing. Michael Müller sieht darin auch einen Beleg für den sinnvollen Einsatz der Fördergelder für die Öffentlichkeitsarbeit des Initiativkreises, die neben der Forstbetriebsgemeinschaft auch das Landratsamt und die Raiffeisenbank mit Schwäbisch Hall bereitstellte.

Das Musterhaus erfüllt alle Forderungen des Initiativkreises vorbildlich: Das Bauholz kommt aus Osternohe und Vorderhaslach, das Holz für Türen, Fußböden und die komplette Einrichtung aus der Hersbrucker Alb und die Energie erzeugt die Heizung der benachbarten Möbelmacher aus den Holzabfällen der gleichen Quelle. Jetzt soll das Haus aus heimischer Kiefer und Lärche, das an Werktagen nach Anmeldung auch besichtigt werden kann, möglichst viele Baufamilien für das Konzept des ökologisch und regionalen Bauens begeistern. Zusätzlich zur ständig aktualisierten Website wird dazu gerade eine Infomappe zusammengestellt, die anhand vieler Fotos das Unterkrumbacher Wohnbeispiel erläutert. Spätestens an den Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen (19. bis 21. April), die in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt veranstaltet werden, ist die Mappe mit allen Tipps und Kontaktadressen erhältlich. Landrat Helmut Reich, Bürgermeister Wolfgang Plattmeier und viele Holzfachleute werden in der Podiumsdiskussion am Sonntag um 10:30 Uhr das Thema "Wirtschaftsfaktor Holz aus der Frankenalb" von allen Seiten beleuchten.

Regiopress 1/2002 von Stefani Hergert

Wie lange hält ein Holzhaus?

Eine ökologische Bau-Idee aus der Hersbrucker Alb macht deutschlandweit Furore –

KIRCHSITTENBACH-UNTERKRUMBACH. -- "Wie lange hält denn bitte ein Holzhaus?" Diese Frage begegnet Herwig Danzer, Mitinhaber der "Möbelmacher" aus Unterkrumbach, seit der Grundsteinlegung des regionalen Musterhauses auf dem eigenen Firmengelände im April dieses Jahres immer wieder. Um es gleich vorweg zu nehmen: Sehr lange. Was für den Laien wie ein architektonisch einzigartiges Projekt aussieht, ist für den Fachmann nichts weltbewegend Neues. Die Architektur des Musterhauses entspricht dem Zeitgeist, neu sind lediglich die Bedingungen, die an das Material und die Ausführung der Arbeiten geknüpft sind.

Das Haus, ein Projekt des "Initiativkreis Holz aus der Frankenalb", in dem neben Handwerksbetrieben aus Hersbruck auch das dort ansässige Forstamt, die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land, das Naturschutzzentrum Wengleinpark, die Handwerkskammer Mittelfranken, die Möbelmacher GmbH und die Energieberatungsagentur ENA zusammengeschlossen sind, wird nur mit Holz aus der Region und von Handwerkern aus der Region gebaut. Kein Rohstoff muss hunderte Kilometer nach Unterkrumbach gefahren werden, kein Wald in den entferntesten Ländern dafür gerodet werden. Das spart nicht nur Transportkosten, sondern schont auch die Umwelt, die mit weniger Abgasen der Verbrennungsmotoren belastet wird. Und nicht zuletzt setzt das Konzept auch Signale für die regionale Wirtschaft.. Von Forstbetriebsgemeinschaft und Sägewerk, über den Schreiner bis zum Zimmermann, alles aus fachmännischer fränkischer Hand.

Das Holz für das rund 170 qm Wohnfläche große Haus stammt quasi aus der Nachbarschaft: 70 Kiefer- und Lärchenbäume aus den vier Kilometer entfernten Wäldern bei Osternohe und Vorderhaslach (Landkreis Nürnberger Land) wurden für das Musterhaus gefällt. Den Wald kann man vom Musterhaus fast mit bloßen Auge erkennen. Eben "Original Regional".

Das Holz aus der Hersbrucker Alb wird nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit geschlagen. Es kann also nur soviel genutzt werden, wie im gleichen Zeitraum nachwächst, die Waldfläche bleibt konstant. Mit der nutzbaren Waldfläche allein aus dem Nürnberger Land könnten pro Tag fünf Häuser ähnlich dem Unterkrumbacher Musterhaus entstehen. Das Gleichgewicht bliebe trotzdem erhalten, rechnet der Initiativkreis vor.

Knapp 400.000 Mark wird das Haus insgesamt kosten. Für Danzer ein akzeptabler Preis. Schließlich geht es ihm nicht nur ums Geld. Die Priorität legt er, ebenso wie seine Kunden, mehr auf denm regionalen Aspekt und auf das Wohngefühl, das nur Holz bieten kann. Und er legt Wert auf Qualität, bei der sich Danzer ganz auf die Hersbrucker Handwerker verlässßt. Erfahrung mit der beim Musterhaus angewandten Bauweise hat der frühere Germanistikstudent bereits sammeln können: Die Halle der Möbelmacher, in der die Werkstatt, Büros und die Ausstellungsfläche untergebracht sind, besticht durch das gleiche Baukonzept.

"Das Wort Musterhaus ist eigentlich nicht ganz richtig", erklärt Danzer, der bald mit Frau und Tochter ins neue Heim ziehen will. "Unser Haus kann zwar auch so wie es dasteht nicht gekauft werden, gedacht ist es aber hauptsächlich als ist lediglich eine Anregung zur regionalen Bauweise. Ein Muster also, das die Logistik und den Einsatz der heimischen Materialien verdeutlichen soll. Bisher ging der Holzhausbau komplett an der Region vorbei, das soll sich ändern." Der Initiativkreis, dessen Pressesprecher Danzer ist, versteht sich daher auch nicht als Bauträger, sondern als Berater und Vermittler, will Hilfe für Bauherrn leisten, die an der regionalen Holzbauweise interessiert sind. Nette Besucher sind bei den Danzers deshalb immer willkommen. Für Informationen und zur Besichtigung stehen Musterhaus und Bewohner Interessierten nach Anmeldung dem Einzug fünf Jahre lang zur Verfügung.

Über mangelndes Interesse kann sich Danzer nicht beschweren. In ganz Deutschland macht das regionale Musterhaus Schlagzeilen. Schließlich steckt hier noch fränkische Handarbeit drin. Durch den ökologisch sinnvollen Gebrauch der Rohstoffe und die kurzen Transportwege wurde das Musterhaus auch in den Umweltpakt der Stadt Nürnberg und den Umweltpakt Bayern II aufgenommen. Dafür gab es sogar Lob vom bayerischen Ministerpräsidenten: Edmund Stoiber sprach dem Projekt seine Anerkennung aus.

Nachdem das Haus soweit steht, geht es nun an die Inneneinrichtung. Auch hier schwört man auf Holz aus der Hersbrucker Alb, dasß die Möbelmacher individuell und in Handarbeit zur neuen Küche, Bad oder Schlafzimmer verarbeiten. Und das sie auf diesem Gebiet ihr Handwerk verstehen, haben die Möbelmacher schon des öfteren unter Beweis gestellt. Nachzuprüfen unter anderem auch auf der Verbrauchermesse Consumenta oder in den Ausstellungsräumen am Unterkrumbacher Firmensitz, oder auf der ausführlichen homepage..

Stefani Hergert


Kontakt: Initiativkreis Holz aus der Frankenalb

Herwig Danzer, Pressesprecher

Tel.: (0 91 51) 86 29 99

Fax: (0 91 51) 86 29 98

E-Mail: info@die-moebelmacher.de

www.die-moebelmacher.de/musterhausiha

Artikeldownload:

www.region.nuernberg.de/presse/rp0901/S3.text

Hersbrucker Zeitung vom Dezember 2001 von herwig Danzer

Blower Door-Test beweist: Musterhaus ist dicht

Studenten der Grundig Akademie beobachteten die wissenschaftlicheMessung des Luftaustausches im regionalen Musterhaus

Was Landrat Helmut Reich anlässlich des Tags der Regionen als "Vorzeigeobjekt" des Landkreises" bezeichnet hatte, kann jetzt auch als Vorzeigeobjekt für die handwerkliche Verarbeitung durch den Initiativkreis Holz aus der Frankenalb gelten. Denn durch eine genormte Meßvorrichtung aus Druckmessgeräten, Absaugventilatoren und Computern konnte die Firma Stör und Steinbauer aus Thalheim nachweisen, dass der Dichtheitsgrad der Gebäudehülle als vorbildlich zu bezeichnen ist.

Der sogenannte "Blower Door Test" ergab einen Wert für die Luftwechselrate von 1,3 pro Stunde und liegt damit Welten vom gesetzlich geforderten Wert von 3,0 pro Stunde für Häuser mit Fensterlüftung. Dieser Wert ist aber nicht nur als Qualitätsnachweis für die Arbeit der beteiligten Handwerker, vor allem der Trockenbauer der Firma Mathias Koch aus Altdorf wichtig, sondern in erster Linie für die Wohnqualität. Denn Luftzug ist nicht nur ungesund und verbraucht unnötig Energie, er kann auch zu Bauschäden führen, weil die nach außen drängende feuchte und warme Luft den Wasserdampf in die Gebäudekonstruktion abgibt. Dies begünstigt die Entstehung von Schimmelpilzen, die das Gebäude und die Gesundheit der Bewohner in Gefahr bringen. Dipl. Ing. Volker Steinbauer montierte zunächst mit Folien einen Ventilator in der Haustür, der die Luft nach Außen bläst und dadurch einen Unterdruck erzeugt. Die Druckmessgeräte zeigen den entstehenden Unterdruck an und der Computer errechnet aus den im Zeitablauf gemessenen Werten die Luftwechselrate. Natürlich ist nicht nur der Wert interessant, sondern auch von wo die Außenluft in das Haus strömt. Dies zeigte der Dämmungsfachmann den eigens angereisten 20 Studenten der Grundig Akademie Nürnberg, einigen Mitgliedern des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb und der Baufamilie Danzer mit Rauchröhrchen und Spezialmessgeräten.

Alle waren überrascht, welchen Luftaustausch ein noch nicht abgedichteter Kabeldurchbruch für eine Außenleuchte und ein kleines Loch im Baupapier hinter einem Heizkörper verursachen kann. Kleinigkeiten, die jetzt noch einfach abgedichtet werden können, bei einem fertig eingerichtetem Haus können solche und vor allem größere Leckagen aber zu echten Problemen führen. Dozentin und Fachlehrerin Marianne Drebinger war über das hervorragende Abschneiden des Hauses vor allem deshalb erstaunt, weil Sie als Fachfrau für Holzhäuser diesen Wert nur der energietechnisch orientierten "Haus-vom-Nikolaus-Architektur" zutraute und nicht der von Norbert Thiel gestalteten aufwändigeren L-Form mit dem nur schwer abzudichtenden Wandüberstand des ersten Stocks. Sie bedankte sich bei Volker Steinbauer für die Demonstration der "hoffentlich Schule machenden Meßtechnik" und bei den Bauherren für die beispielhafte Ausstattung des regionalen Musterhauses als Niedrigenergiehaus, obwohl die Energie kostenlos aus den Hobelspänen der Möbelmacher zur Verfügung steht. Herwig Danzer erklärte diese Konsequenz nicht zuletzt durch die Ziele des Initiativkreises, der das regionale Musterhaus nicht nur als Vorbild für die Arbeit mit Materialien und Handwerkern aus der Region sieht, sondern auch für die ökologischen Anforderungen an ein zeitgemässes Bauvorhaben.

Bild: ganz rechts Clemens Willner, Schreiner, der für die Firma Mathias Kochden Trockenbau gemacht hat mit nem RauchröhrchenDipl. Ing Norbert Steinbauer, machte den Blower Door Test und hält einphysikalisches Gerät, das die Lufgeschwindigkeit mißt.

Studenten der Grundig Akademie, Fachschule für Techniker FachrichtungBautechnik, Schwerpunkt Hochbau, 3. Semester.

Fachzeitschrift: Der deutsche Schreiner dds 1/2002, dds macht Schule, von unseren Lehrlingen Tobias Raum, Tobias Pleisteiner, Jörg Wiedmann

Schöne Zeiten

Was tun, wenn Mitarbeiter an der Kreissäge Schlange stehen?
Die "Möbelmacher" arbeiten mit drei Teams zeitlich versetzt an jeweils vier Wochentagen.

Beim Thema Arbeitszeiten denkt man zuerst an eine Fünftagewoche, deren Tagesablauf hauptsächlich durch den Aufenthalt am Arbeitsplatz festgelegt ist. Meist wird von 7.00 Uhr morgens bis 16.00 Uhr nachmittags "". Bis man dann von der Arbeit nach Hause gefahren ist, ist noch mal eine Stunde vergangen. Anschließend werden im Eildurchgang die privaten Pflichten des Tages erledigt, damit vom Abend überhaupt noch etwas übrig bleibt.
Die Möbelmacher im fränkischen Unterkrumbach haben ein Arbeitszeitmodell eingeführt, das eine zeitlich optimierte Auslastung der Werkstatt mit einer attraktiven Freizeitregelung verbindet. Gearbeitet wird in einer Viertagewoche, die den Samstag als Arbeitstag einschließt. Die Arbeit beginnt morgens um 6.30 Uhr und endet um 17.00 Uhr. Mit einer Stunde Pause pro Tag kommt man so auf eine Arbeitszeit von 38 Stunden in der Woche.

Bei den Möbelmachern sind 15 Schreiner tätig, darunter sind fünf Auszubildende. Die Werkstatt wäre überlastet, wenn gleichzeitig alle Mitarbeiter anwesend wären. Um lange Wartezeiten an den Maschinen zu vermeiden, arbeitet man zeitversetzt in drei Teams zu je fünf Schreinern. So sind an einem Arbeitstag maximal zehn Leute in der Werkstatt. Die Werkstatt ist von Montag bis Samstag von 6.30 Uhr bis 17.00 Uhr ausgelastet.
Die Azubis sind außerhalb der Ferienzeit sogar nur drei Tage pro Woche im Betrieb, da sie an einem Tag zur Berufsschule gehen. Damit auch die Schultage mit 9,5 Stunden Arbeitszeit berechnet werden können, sollen die "fehlenden" zwei Stunden zum Schreiben des Berichtsheftes verwendet werden. So entstehen an den Schultagen keine Minusstunden. Es muss allerdings berücksichtigt werden, dass Lehrlinge, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, samstags nicht arbeiten dürfen. Um die Planung zu erleichtern, wurde der Berufsschultag für alle Azubis auf den Dienstag festgelegt. Dies ist dann der einzige Tag innerhalb der Viertagewoche, an dem bis auf die Auszubildenden alle Teams anwesend sind.

Ausschlaggebend für die Entwicklung dieses Arbeitszeitmodells war die mit dem Auftragsvolumen stetig steigende Zahl der Mitarbeiter. Bei einfacher Maschinenausstattung könnten nur maximal sechs Leute in der Werkstatt sein, ohne dass es zu Überschneidungen kommt. Darüber hinaus kommen die neuen Arbeitszeiten bei den Mitarbeitern sehr gut an. Es bleiben freie Tage, um Erledigungen zu machen, oder etwas mit den Kindern zu unternehmen. Natürlich freut man sich auch, ausschlafen zu können, während andere zur Arbeit müssen!

Tobias Raum, Tobias Pleisteiner, Jörg Wiedmann

Standortmagazin der Region Nürnberg 1/2002
von Elke Sommer (Birke und Partner)

Regionales Musterhaus

Der heimische Wald als Baustofflieferant

Hersbruck. An diesem Haus ist praktisch alles "Original Regional": So stammt nicht nur der Baustoff für das regionale Musterhaus in Unterkrumbach im Landkreis Nürnberger Land aus heimischen Wädern. Auch die an dem Projekt beteiligten Handwerksfirmen kommen allesamt aus der Region Nürnberg.

Initiiert wurde das Projekt vom "Initiativkreis Holz aus der Frankenalb" und Möbelschreiner herwig Danzer, auf dessen Firmengelände der Neubau des Musterhauses verwirklicht wurde.

Dabei soll der Begriff "Musterhaus" nicht missverstanden ""Den Namen", so Danzer, "haben wir gewählt, weil das Haus als Vorzeigeobjekt die beispielhafte Ausschöpfung regionaler Potenziale aufzeigt und nicht, weil es genau so weiterverkauft werden soll."

Statt auf heimische Hölzer zu setzen, wird Holz für Baumaterial häufig noch aus Skandinavien, dem ehemaligen Ostblock oder kanadischen Kahlschlaggebieten importiert. Der erhöhte Energieverbrauch und die Folgen für diese Gebiete werden nicht berücksichtigt. Für herwig Danzer ist das nicht nachvollziehbar: "In den heimischen Wäldern wächst wesentlich mehr Holz nach, als genutzt wird, und die Qualität steht den importierten Hölzern in nichts nach."

Das Modell des Initiativkreises, beim Hausbau auf regionale Wirtschaftskreisläufe zu setzen, hat sich bewährt. So wurde das Projekt sowohl in den Umweltpakt Bayern II und den Umweltpakt der Stadt Nürnberg aufgenommen. Auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber war bei einem Besuch des Landkreises Nürnberger Land im Sommer 2001 von dem Projekt begeistert.

Für interessierte Bauherren steht das Musterhaus nach Anmeldung jederzeit offen. Nähere Informationen unter: www.die-moebelmacher.de es

Bild Musterhaus

Wirtschaft in Mittelfranken 2/2002 Unternehmen & Personen
von Hartmut Beck

Die Möbelmacher

Im regionalen Musterhaus ist alles "Original Regional"

Regionale Wirtschaftskreisläufe will Die Möbelmacher GmbH in Unterkrumbach in Gang bringen. Die Firma wurde 1988 von Gunther Münzenberg und Herwig Danzer in Hersbruck als Möbelmanufaktur gegründet, die nach baubiologischen Grundsätzen arbeitet. 1997 bezog das Unternehmen, das inzwischen 20 Mitarbeiter beschäftigt und ca. zwei Mio. DM umsetzt, den neuen Firmensitz in Unterkrumbach. In dem streng nach ökologischen Kriterien geplanten Gewerbegebäude fertigen Die Möbelmacher in Einzelanfertigung Möbel und Küchen aus Massivholz, das ausschließlich aus der Region stammt. Ergänzt wird das Angebot durch die komplette Einrichtung von Küchen sowie Wohn- und Arbeitsräumen samt Beleuchtung, Polstermöbeln und Beleuchtung.

Herwig Danzer arbeitet eng mit den Waldbauern aus der nahen Umgebung zusammen, um die benötigten Hölzer zum richtigen Zeitpunkt und in der passenden Menge und Qualität geliefert zu bekommen. Nach Aussage des Geschäftsführers für Verkauf und Marketing, der nach einem abgebrochenen Germanistik-Studium eine Schreinerlehre absolvierte und zusammen mit dem Schreinermeister Gunther Münzenberg zum Unternehmer wurde, ist es widersinnig, Bauholz von Deutschland ins Ausland zu exportieren und das hier benötigte Holz aus Skandinavien zu kaufen. Der Aufbau eines regionalen Wirtschaftskreislaufs spare Transportkosten und Abgase ein und erhalte darüber hinaus Arbeitsplätze in der Umgebung. Zudem werde auf diese Weise das Prinzip der Nachhaltigkeit beachtet (es wird nur so viel Holz geschlagen, wie wieder nachwächst). Holz sei in der Region genug vorhanden: "Allein im Nürnberger Land wächst täglich Holz für fünf Häuser."

Um auf dem Weg der regionalen Kreisläufe voran zu kommen, kaufen Die Möbelmacher nicht nur ausschließlich heimische Hölzer, Danzer engagiert sich auch für die Initiative "Original Regional" und arbeitet aktiv im "Initiativkreis Holz aus der Frankenalb" mit. Dieser Kreis, dem neben Unternehmen die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land, das Forstamt Hersbruck, die Handwerkskammer für Mittelfranken, das Naturschutzzentrum Wengleinpark sowie die Energie-BeratungsAgentur angehören, hat sich vorgenommen, die regionale Vermarktung von Hölzern (z.B. als Brennstoff, als Bauholz und als Material für die Möbelherstellung) und die Öffentlichkeitsarbeit zu forcieren. Beispielsweise wollen die Initiatoren ihre Kontakte zu Fachzeitschriften für die Themen Architektur und Wohnen verstärken.

Ein zentrales Projekt der Öffentlichkeitsarbeit wurde soeben direkt neben dem Firmengelände der Möbelmacher fertiggestellt: "Das regionale Musterhaus", in das Danzer und seine Familie selbst einziehen, wurde ausschließlich von heimischen Handwerkern und mit Holz aus der Hersbrucker Alb gebaut und soll als Pilotprojekt allen Interessenten offen stehen. Beheizt wird das Holzhaus, in das etwa 400 000 DM investiert wurden, von der Hackschnitzelheizung der benachbarten Schreinerei. Das Modellprojekt trug wesentlich dazu bei, dass die Stadt Hersbruck unlängst mit dem Prädikat "Slow City" für seine hohe Lebensqualität ausgezeichnet wurde. Sogar Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber äußerte sich schon begeistert über das Musterhaus. Dieses Lob war nicht das erste, das Die Möbelmacher für ihre konsequente ökologische Arbeitsweise einheimsten: 1998 gewannen sie beim Bayerischen Heimatpreis der Volks- und Raiffeisenbanken in der Sparte "Ökonomie & Ökologie" einen Sonderpreis.

Nicht nur im Initiativkreis Holz arbeitet das Unternehmen mit, Die Möbelmacher sind auch bei den Initiativen Umweltpakt Bayern, Original Regional, Regionalkaufhaus Nürnberg und Coup 21 ("Cooperation Umweltamt Pionierunternehmen") aktiv dabei und unterstützen weitere Vereine, Orchester und Gruppierungen. Zudem setzt die Firma mit der Veranstaltungsreihe "Unterkrumbacher-Werkstatt-Tage" zweimal jährlich Akzente, indem Kunst, Kultur und Handwerk durch Kunstausstellungen, Konzerte, Waldführungen und Werkstattbesichtigungen verbunden werden.

www.die-moebelmacher.de



BU

Für das regionale Musterhaus wurden 70 Kiefern- und Lärchenstämme aus der Hersbrucker Alb verbaut. Foto: Die Möbelmacher