Der Partyhit der Saison: das fränkische Albfeuer
Der Gartengrill ist aus, es wurde gerade dunkel,
der Gastgeber verschwindet in Richtung Garage. Erfahrene Partygänger wissen,
was in der Frankenalb jetzt passiert. Und richtig: 2 Minuten später erscheint
er mit einem verschmitztem Lächeln und einem kunstvoll eingesägtem, ca. 80cm
langem Kiefernstamm. Er stellt ihn theatralisch aufs Pflaster, ignoriert dabei
cool die erstaunten Blicke seiner Gäste und entzündet schweigend und stilecht
mit einem einzigen Streichholz das fränkische Albfeuer. Einfach weil ein Mann
tut, was ein Mann tun muss!
Ganz langsam und elegant erweitert sich das
kleine Flämmchen dank der ebenso heimlichen wie üppigen Tränkung mit Lampenöl
zu einem echten Lagerfeuer, auf dem der Trendsetter in riesiger Pfanne noch ein
paar Pfannkuchen rausbäckt. Zerrissen und leicht angekokelt begeistern diese
dank der Dunkelheit und der großen Menge „Grand Manier“ die Damen, während die
männlichen Gäste fieberhaft überlegen, wie sie diesen Triumph bei der nächsten
eigenen Party überbieten könnten und sich dabei trotzdem die verbrannten Finger
ersparen.
Woher kommt dieser Trend, was sind die Tricks
und welche Ratschläge zur Sicherheit sollte man vor allem in Trockenzeiten
beachten? Die HZ hat recherchiert:
Schon vor vielen hundert Jahren entzündeten
angeblich zunächst schwedische Waldarbeiter raffiniert eingesägte Kiefernbaumstümpfe,
auf denen sie kochten und sich wärmen konnten. Der Initiativkreis Holz aus der
Frankenalb hat diese Tradition aufgegriffen und das fränkische Albfeuer zum
Symbol für regionale Wirtschaftskreisläufe erklärt. Regional Genießen bedeutet
hier, dass das Holz aus der Region sinn- und genussvoll genutzt wird, egal ob
es sich um Energie-, Bau- oder Möbelholz handelt. Mit dem Erlös aus den vom Vorsitzenden
der Waldbauernvereinigung, Richard Sperber, persönlich gesägten Kunstwerke
unterstützt der Initiativkreis seine gemeinnützig orientierte Öffentlichkeitsarbeit.
In der ausführlichen Gebrauchsanleitung
beschreiben die Holzspezialisten aber nicht nur, dass man die rauchenden
Schwelgase des Albfeuers mit einigen kleinen, trockenen Holzstücken wieder
entzünden kann, sondern auch, dass sich die Kiefer aufgrund ihrer
physikalischen Eigenschaften hervorragend als Bauholz eignet. Wer nicht bis zum
Sonnenaufgang ausharren will, sollte das fränkische Albfeuer mit ganz viel
Wasser sorgfältig löschen. Traditionelle biologische Alternativmethoden sind
bei der Heizkraft des ganzen Stammes zum Scheitern verurteilt. Denn das
fränkische Original ist mit den Plagiaten aus den Rasthöfen und Baumärkten
nicht zu vergleichen: während sich banal gesägte namenlose Holzstückchen
lieblos in mehr Rauch als Flamme auflösen spürt man beim regionalen Holz die
flammende Liebe zum Wald.
Für eine Spende von 10 Euro kann jeder Gastgeber
oder Geschenksuchender die sorgfältig getrockneten Stämme in Unterkrumbach bei
den Möbelmachern abholen. Wer den Pfannkuchenbäcker übertreffen will, löscht in
der später schwer zu reinigenden Pfanne die kurz erhitzten Pfirsiche mit viel Amaretto,
ergänzt das Ganze mit ausreichend Walnußeis und überstreut es mit vorher in
Butter angeschwitzten Mandelsplittern. Denn regionales Genießen ergänzt sich
ausgezeichnet mit mediterranen Spezialitäten.
Die Gebrauchsanleitung gibt es auch im Internet
unter die-moebelmacher.de/albfeuer