aktualisiert: Sonntag, 9. September 2001 - Keine Navigationsleiste? Hier Klicken - Tel. 09151/862999 - Anfahrtsbeschreibung

Der Artikel aus dem Möbelmacher Infokalender 2001
“Domusteron” und das Musterhaus

Unbestätigten medizinischen Gerüchten zufolge, existiert ein Hausbauhormon - in Fachkreisen “domusteron” genannt - das meist bei Männern um die 40 ausgeschüttet wird. Es macht innerhalb weniger Wochen eingefleischte Hausbaugegner zu Immobilienfans, Planungsfeide zu Bauplanfreaks und Kredithasser zu Finanzierungsjunkies. Natürlich war das in Unterkrumbach ganz anders: rationelle Überlegungen im Initiativkreis Holz aus der Frankenalb führten ganz folgerichtig zur Forderung nach einem Musterhaus, an dem beispielhaft gezeigt wird, dass auch mit heimischen Produkten und heimischen Handwerkern in einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis gebaut werden kann. Denn leider geht der Holzhausboom bis jetzt am heimischen Wald vorbei, weil die Fertighausbauer aus Preis- und Organisationsgründen ihr Holz lieber in Skandinavien, Kanada oder sonstwo besorgen. Aufgabe des Initiativkreises wäre es also, ein Baupaar zu finden (der Ausdruck Bauherr wäre hier total falsch), das die Nachteile eines mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Hauses erträgt, den Aufwand mit der Pressearbeit nicht scheut und idealerweise an dem Rummel sogar ein gewisses Interesse haben könnte.

Individuell geplant statt von der Stange
So kam es, dass die Möbelmacher Ute und herwig Danzer auf einmal Symptome zeigten, die denen des Domusterons nicht ganz unähnlich waren. Wer ernsthaft behauptet, ein Esstisch müsse perfekt auf die Bedürfnisse seiner Besitzer zugeschnitten sein -was ein Tisch von der Stange niemals leisten könne - der kann als Musterhaus natürlich auch kein Fertighaus wollen. So musste der Architekt des Möbelmacherdomicils wieder ran und plante ein kleines unaufwendiges Haus, dessen Form hervorragend zur Halle passt, ohne diese zu kopieren. Norbert Thiel - auch er ein Mitglied des Initiativkreises - demonstriert mit diesem Gebäude nicht nur seine Planungsqualitäten, sondern auch, dass ein Architektenhaus nicht teuerer als ein Fertighaus sein muß, dafür aber ganz andere Gestaltungs- und Funktionsspielräume bietet. So entspricht zum Beispiel der großzügige Essplatz mit dem “Bombas-Tisch” Utes Gastgeberfreuden und die Bibliothek über zwei Stockwerke im Treppenhaus samt Arbeitsplatz dem gemeinsamen Bücherwahn. Sicher werden Sie im nächsten Kalender einige Fotos davon finden.

Öffentlichkeitsarbeit “haust” schon seit Juli ab
Um seiner Aufgabe als Musterhaus gerecht zu werden und möglichst viele Nachahmer für den regionalen Holzbau zu finden, muss die Öffentlichkeitsarbeit Mitstreiter suchen, deren Ziele der Umweltschutz, die regionalen Wirtschaftskreisläufe oder der Holzhausbau an sich sind. Holzabsatzfond, Original Regional, Landratsamt Nürnberger Land, Landwirtschaftsministerium, Schwäbisch Hall und natürlich alle im Initiativkreis vereinigten Organisationen von den Forstfachleuten bis zum Bund Naturschutz sind nur einige der Beteiligten. Einige wichtige Kontakte verdanken wir dem Engagement von Erwin Häusler, der in seiner Doppelrolle als Direktor der Raiffeisenbank und Vorstandsmitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land unermüdlich die Werbetrommel rührte. Wenn Sie selbst Kontakt zu weiteren Organisationen oder zu Redaktionen von Zeitungen, Zeitschriften, Radio und TV haben, dann geben Sie uns doch bitte einen Tipp. Der kleinste Beitrag könnte dem Wald und den Bewohnern der Frankenalb helfen.

Alle Infos zu diesem Projekt finden Sie unter www.die-moebelmacher/musterhaus.
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