
Die Möbelmacher GmbH bewirbt sich hiermit
um den Nachhaltigkeitspreis der Stadt Nürnberg 2002.
Die Möbelmacher GmbH
Unterkrumbach
22. Oktober 2002
Inhalt
0. Zusammenfassung
der Bewerbungsgründe
1. Entwicklungskonzepte
für den Standort Nürnberg
6. Klima-
und Ressourcenschutz sowie integrierte Produktpolitik
Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für Die Möbelmacher in erster Linie: regionales Wirtschaften mit hoher Mitarbeiter- und Kundenorientierung. Die Möbelmacher arbeiten in der Region Hersbrucker Alb und arbeiten mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sowie Lieferanten und Partnern für die Region. So stammt, auch für eine Schreinerei nicht selbstverständlich, ca. 98% des verarbeiteten Holzes aus dieser Region. Da Möbel nicht immer und nicht immer ganz aus Holz bestehen, arbeiten Die Möbelmacher intensiv mit anderen Handwerkern aus der Region zusammen. Was nicht selber angefertigt werden muss oder kann (z.B. Stühle, Griffe, Elektrogeräte), wird nach strengen Qualitäts- und Umweltkriterien ausgewählt und eingekauft. Jenseits der Produkte und deren Produktionskette sind Die Möbelmacher ein starker Initiator und Partner für regionales Wirtschaften in der Region Mittelfranken. Das lokale und regionale Engagement der Möbelmacher sucht landes- und bundesweit seinen Vergleich, wie zahlreiche Aktivitäten, Auszeichnungen und auch die positive Wahrnehmung durch die Gesellschaft Auskunft geben (siehe Kapitel 2 und 7). „Alles Gute zum Einrichten“ heißt die Philosophie der Möbelmacher und sie bringt sich u.a. in folgenden Aspekten zum Ausdruck:
§ gebaut wird alles vom Einzelmöbel bis zur kompletten Einrichtung
§ die Möbel sind das Kernstück der Produktion, aber die ganzheitliche Einrichtungsberatung vom Fußboden über Polstermöbel, Bürostühle, Fenstergestaltung und Beleuchtung hat sich parallel zur Möbelqualität zum wichtigsten Verkaufsargument entwickelt. Dazu kommt der komplette Service vom Entwurf bis zur Montage, die auch im Urlaub der Kunden ausgeführt werden kann und die Nachbetreuung, die von der Oberflächenpflege über den Umzug bis hin zum Umbau der Einrichtung reicht
§ ausgesuchte Harthölzer aus der Hersbrucker Alb statt zugekauftem Leimholz oder charakterlosen Holzwerkstoffen der Industrie
§ regionales Musterhaus: zeigt Besuchern die lebenswerten Vorteile eines modernen Holzhauses und der Einbindung in die regionalen Wirtschaftskreisläufe durch die Handwerker und die Materialien aus der Region
§ die ökologisch und ergonomisch gebaute Werkstatt inkl. aller Einrichtungen
§ nur ökologisch und biologisch unbedenkliche Materialien
Das Konzept, Massivholzeinrichtungen aus heimischem Holz mit maximaler Wertschöpfung in der Region herzustellen, ist die Grundlage für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung seit der Gründung des Betriebes im Jahre1988. Auch in den derzeit wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die die Einrichtungsbranche überdurchschnittlich hart trifft, setzen Die Möbelmacher weiter konsequent, und mit wirtschaftlichem Erfolg, auf ihre Strategie. Mit nunmehr ca. 20 Mitarbeitern (inkl. Auszubildende) sind Die Möbelmacher eine feste Größe in der Hersbrucker Wirtschaft und setzen dabei überregional regionale Zeichen.
Einmal mehr wurde jüngst mit der Teilnahme am Nachhaltigkeits-EFQM-Projekt des Netzwerks COUP 21 ein außergewöhnliches Zeichen gesetzt. In den vergangenen Jahren und besonders in den letzten Monaten haben sich Die Möbelmacher intensiv mit dem EFQM-Modell und dessen Anwendungsoptionen für Handwerksbetriebe auseinandergesetzt. Das EFQM-Modell, welches doch eher für mittlere bis große Unternehmen entwickelt wurde, schien aufgrund seiner ganzheitlichen Struktur besser für Die Möbelmacher geeignet als die 9.000er oder 14.000er Normenreihe oder das Öko-Audit. Gerade den formalen Richtlinien einer Norm wollte man sich nicht ergeben, die Freiheiten des EFQM-Modells, sein eigenes Managementsystem zu finden kamen gerade recht. Mittels dem vom Wuppertal Institut und future e.V. (unter Mitwirkung des Möbelmacher-Geschäftsführers herwig Danzer) entwickelten S-EFQM-Modells sollte das Nachhaltigkeitsmanagement bewertet und Ansatzpunkte für Verbesserungen gefunden werden. Dazu fand im Oktober 2002 ein 2-tägiger Selbstbewertungsworkshop statt, dem eine umfangreiche Unternehmensanalysephase vorausgegangen war. Selbstverständlich für Die Möbelmacher war die komplette Einbindung der Belegschaft (inkl. der neuen Auszubildenden). Ergebnis dieser für Schreinereien einmaligen und weltweit ersten Selbstbewertung nach dem neuen Nachhaltigkeits-EFQM-Modell ist eine umfangreiche Liste von Stärken und Verbesserungspotentialen, aufgelistet nach den Kriterien:
Dieser Bestandsaufnahme und –Bewertung folgte die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zur Verbesserung des Managementsystems und der Leistungserstellung. Halbjährliche Reviewtreffen werden die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen kontrollieren und die Mitarbeitereinbindung verstärken. Die Fortführung dieses Managementprozesses ist integraler Bestandteil der weiteren Unternehmensentwicklung.
Die gesamten Aktivitäten der Möbelmacher werden jährlich in einem Medium der Öffentlichkeit dargestellt, welches Kalender genannt wird, aber weitaus mehr als das ist. Der Möbelmacher-Kalender ist eine Dokumentation der jährlichen Realisierung des Unternehmenskonzeptes. So werden die Highlights des zurückliegenden Jahres in die Zielgruppe ansprechender Form auf den vielen Seiten des Kalender dargestellt und kommentiert. Gastbeiträge, Empfehlungen, Expertisen etc. ergänzen die interne Sicht und bereichern den Informationsinhalt. Nicht zuletzt schätzte auch Prof. Wild von der FH Nürnberg den Möbelmacher-Kalender als eine überaus ansprechende und informative Form der „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ ein. Und die Herausgabe einer solchen ist für eine Schreinerei wahrlich ungewöhnlich.
Die bundesweite Einzigartigkeit und Besonderheit des Möbelmacher-Konzeptes wurde aktuell durch eine Expertise von Herrn Michael Borchardt belegt. Herr Borchardt ist seit 1986 Berater im Bereich Kommunikation, Verkauf und Betriebsführung und hat sich mit seinem Buch „Moderne Betriebsführung – der Schlüssel zum Erfolg“ auf das Schreinerhandwerk spezialisiert. Als Manager des TopA-Teams (einem Schreinerei-Dachverband) kennt er das Schreinereihandwerk sehr gut, als Berater hat er über 350 Schreinereien betreut und beraten. Herr Borchardt kommt zu dem Schluss, dass es aus Kunden-, Mitarbeiter-, Lieferanten- und Gesellschaftssicht „zwar Betriebe gibt, die in Einzelbereichen durchaus die Qualität der Möbelmacher erreichen, im ganzen betrachtet hat dieser Betrieb deutschlandweit aber eine Alleinstellung, die hinsichtlich Authentizität und Glaubwürdigkeit seinesgleichen sucht.“ Die Expertise ist als Anlage beigefügt.
Der hohe regionale Bekanntheitsgrad und die positive Wahrnehmung der hohen Produkt- und Servicequalität wurde im Jahre 1999 durch eine umfangreiche Kundenbefragung analysiert und bestätigt. Diese wird in regelmäßigen Abständen wiederholt und ein systematische Kundenzufriedenheits- und bekanntheitsanalyse zu erlangen. Derzeit werden in jedem Mailing 4000 Kunden bzgl. deren Meinungen, Stimmungen, Reklamationen abgefragt. Auf der eigenen Webside ist ein spezielle Rubrik „Kundenzufriedenheit“ eingerichtet.
Nachfolgend wird das erfolgreiche Konzept der Möbelmacher anhand der 7 Kriterien des Nachhaltigkeitspreises der Stadt Nürnberg 2002 beschrieben.
Das Entwicklungskonzept der
Möbelmacher für ihren Standort im Nürnberger Land ist geprägt durch die
konsequent regional ausgerichtete Wirtschaftsweise entlang der gesamten
Zuliefer-, Produktions- und auch Kundenkette.
Seit der Gründung des Betriebes im
Jahr 1988 beteiligen Die Möbelmacher benachbarte Handwerksbetriebe aus der
Metall-, Glas-, Polster- und Malerbranche an der Verwirklichung der
Kundenaufträge, statt auf industrielle Standardprodukte auszuweichen. Das
Konzept des regionalen Holzeinkaufs kann seit dem Umzug nach Unterkrumbach und
dem ökologischen Neubau der Werkstatt im Jahre 1997 so konsequent durchgeführt
werden, dass seitdem nur noch max. 2 Prozent des Holzes beim Händler als
Schnittholz zugekauft werden muss (Garantiert werden 95 % Holz aus der Region,
welches als Baum und nicht als Schnittholz eingekauft wird). Innerhalb der
Dachmarke „Original Regional“ sind
die Möbelmacher von Beginn an Pionierbetrieb. Bei allen Veranstaltungen setzen
sich Die Möbelmacher für die Verbreitung der Idee der regionalen
Wirtschaftskreisläufe ein: von der Gründungspressekonferenz im März 1998 bis zu
den Kochshows zum Thema „Neue fränkische Küche“ auf der Consumenta am Stand des
Bayerischen Rundfunks in den Jahren 2000 bis 2002. Im Zusammenhang mit dem regionalen
Musterhaus wurde ein regionales Lieferanten- und Partnernetzwerk geschaffen,
welches in der Region Arbeitsplätze sichert. Dabei beinhaltet die Philosophie
der Möbelmacher neben dem betriebswirtschaftlichen Erfolg auch die Entwicklung
des regionalen Umfelds.
1998 war die Veranstaltung „Regional Genießen“ in den Räumen der
Möbelmacher der Vorläufer zum „Tag der
Regionen“. Die Volks- und Raiffeisenbanken honorierten den ökologischen
Gewerbebau der Möbelmacher und deren Aktivitäten für die Region im Jahre 1998
mit dem Heimatpreis des Jahres in der Sparte Ökologie und Ökonomie auf
Kreisebene.
Im Anschluss an „Regional Genießen“
gründeten Die Möbelmacher und andere Holzfachleute den Initiativkreis Holz aus der Frankenalb, der nun aus Fachleuten aus
den Bereichen Forstwirtschaft, Handwerk, Energiewirtschaft, Umwelt – und
Naturschutz und Architektur besteht. Durch aktive Öffentlichkeitsarbeit ist es
das Ziel dieser Initiative, Bewusstsein für den Wert des heimischen Holzes
schaffen und die regionalen Wirtschaftskreisläufe aller Möbel-, Hausbau-, und
Energiebranchen zu stärken. Alle beteiligten Gewerke dieser Initiative haben
sich eigene Qualitäts- und Umwelt-Kriterien erarbeitet und wenden diese
konsequent an. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft hat den Initiativkreis
auf die Grüne Woche 2003 nach Berlin eingeladen um durch Exponate und Vorträge
die Idee der regionalen Holzwirtschaftskreisläufe und des regionalen
Musterhauses auch bundesweit bekannt zu machen.
Das Engagement für Möbel, Bauholz und Energie aus heimischen Holz fand dieses Jahr seinen vorzeitigen Höhepunkt in dem Bau des „Regionalen Musterhauses,“ das nahezu komplett von den Handwerkern und aus den Materialien der Hersbrucker Alb erstellt wurde. Das Haus, das von einer der Geschäftsführerfamilien bewohnt wird, steht interessierten Bauherren und Gruppen zur Besichtigung zur Verfügung. Ganz nach dem Motto „ein Projekt zum Anfassen“ kann hier die Realisierung des regionalen Wirtschaftens erlebt und gefühlt werden. Der Landrat bezeichnete es in vielen Reden als „das Vorzeigeobjekt des Landkreises.“ Belohnt wurde dieses ehrgeizige Projekt durch die Auszeichnung „Best Practice“ vom Bundeswirtschaftsministerium und einem Achtungserfolg beim Wettbewerb „Die beste Kooperation der Jahres 2002“ (ausgeschrieben von der Wirtschaftswoche, der Universität Hannover, dem Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung etc., bei dem man „nur“ im ersten Drittel – und nicht höher - landete, weil das gemeinnützige Konzept keine der von der Jury gewünschten wirtschaftlichen Erfolge aufweisen konnte.
Das soziale Engagement für die eigenen Beschäftigten kommt bei den Möbelmachern vor allem durch folgende Aspekte zum Ausdruck:
Unter anderem die familienfreundliche Arbeitszeitregelung mit 4-Tage-Woche brachte Die Möbelmacher zur Nominierung für den Wettbewerb der „Familienfreundliche Betrieb 2000“. Eine respektable Platzierung im ersten Drittel der Bewerber wurde erreicht und ein ausführlicher Eintrag in der Best-Practice Datenbank „Beispielhafte Unternehmen“ der Stiftung Beruf und Familie belegt die Güte des Ansatzes
Das ganzheitliche Bau- und Ausstattungskonzept der Möbelmacher kommt neben dem beispielhaften Gewerbe-Bau (Niedrigenergiebauweise, landschaftsverträglich etc.) u.a. dadurch zum Ausdruck, dass die Absaugtechnik die Vorschriften übertrifft und sämtliche Hobelbänke auf rückenfreundliche Höhen umgebaut wurden. Um die Arbeitsbelastungen für die Mitarbeiter zu reduzieren veranstalten die Inhaberinnen persönlich – beide sind Sportlehrerinnen und Rückenschulleiterinnen - „Rückenschulen“. Dieser Service steht neben den Mitarbeitern auch Schulkindern und Kunden zur Verfügung.
Die Qualität und das Engagement für
die betriebliche Ausbildung belegen die vielen Preise und Auszeichnungen der Lehrlinge, die für den Design
Wettbewerb „Die gute Form“ oder besondere Prüfungsleistungen in der eigenen
Innung oder der bayernweiten Wettbewerbe vergeben wurden. Dass gute Lehrlinge
„nicht vom Himmel fallen“ zeigt u.a. der „bayerische Meisterpreis 2001“, der
für einen der Möbelmacher-Meister vergeben wurde oder der bayernweit zweite
Platz, für die erste Auszubildende im kaufmännischen Fachbereich.
Die unter den Aspekten der Möbelmacher-Philosophie optimierte Zulieferkette
stellt an die Lieferanten hohe Anforderungen, die auch auf die Einhaltung
sozialer Standards abzielen. So konnten nur zwei Teppichhersteller (einer aus
Österreich und ein Betrieb in Kitzingen, der in Marokko herstellen lässt)
gefunden werden, bei denen Kinderarbeit auszuschließen ist. Regelmäßig
stattfindende Betriebsbesichtigungen bei Partnern erhöhen das Vertrauen in
deren verantwortungsvollen Umgang mit den Mitarbeitern (Pro Natura, Rösle,
Systemceram,).
Die Einstellung oder Ausbildung ausländischer Mitbürger wäre erwünscht, leider
sind bisher noch keine Bewerbungen aus dieser Personengruppe eingegangen. Als
einziger „Ausländer“ kann ein Mitarbeiter aus der Schweiz betrachtet werden,
wobei hier die kulturellen Unterschiede wenig zum Tragen kommen.
Einen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Beziehungen haben Die Möbelmacher durch ihren Beitritt zum Fonds zur Entschädigung der Zwangsarbeiter im April 2000 geleistet. Mit diesem Beitritt soll ein positives Zeichen gegen die unangenehme internationale Diskussion durch einen jungen Kleinbetrieb gesetzt werden .
Die Förderung des interkulturellen Verständnisses wird durch verschiedenste Veranstaltungen, Hinweise, Diskussionen etc. unterstützt. So soll z.B. das regelmäßige Unterstützen der Hersbrucker Veranstaltungsreihe Rock gegen Rechts einen Gegenpol zur Ausländerfeindlichkeit setzen. Auch die Mitarbeit von Geschäftsführer herwig Danzer im Vorstand von Rotary International verfolgt diese Ziele.
4. Qualifizierung
der Beschäftigten auch im Bereich Sozialkompetenz
Die Qualifizierung der Mitarbeiter im Bereich Sozialkompetenz findet bei den Möbelmachern vor allem durch die besonderen Arbeitsstrukturen statt. Die Möbelmacher leben keine starren Hierarchien, die Arbeitsabläufe sind größtenteils in Teams organisiert, selbst die Lehrlinge erleben ihre eigene Teamarbeit von Beginn an. Das hohe Maß an Verantwortung gegenüber den hochwertigen Produkten und den anspruchsvollen Kunden setzt bei den Mitarbeitern ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft, Kommunikationsvermögung und soziale Flexibilität voraus. Dies kommt auch durch die intensive Einbeziehung und Beteiligung aller Mitarbeiter bei der S-EFQM-Selbstbewertung zum Ausdruck. Die Weiterentwicklung des Managementsystems der Möbelmacher mittels des S-EFQM-Modells bedarf einer spezifischen Qualifikation der Mitarbeiter (vor allem in den so genannten „weichen“ Faktoren). Dieser Qualifikationsaufbau wird gefördert und unterstützt.
Die bereits unter Punkt 2 beschriebene Teilnahme und der Erfolg beim Wettbewerb „Der familienfreundliche Betrieb“ stellt das Personalmanagement erfolgreich unter Beweis. Die Möbelmacher haben die höchste weibliche Ausbildungsquote der Schreinerinnung, und nach Vermutungen der Handwerkskammer (noch nicht gesichert) auch in Franken und vielleicht sogar bayernweit. (45 % entgegen 25 % im Handwerksdurchschnitt). Eine von vier Gruppenleitern ist weiblich. Arbeitszeiten für geschiedene Familienväter und andere familienbedingte Sonderwünsche wurden und werden im Sinne der zu betreuenden Kinder flexibilisiert.
Natürlich ist der Klima- und Ressourcenschutz für Die Möbelmacher ein sehr wichtiges Anliegen. Wollen sie nicht zuletzt durch hochwertige und langlebige Massivholzmöbel zu einem nachhaltigen Konsumieren beitragen, so kann sich auch der Beitrag zum nachhaltigen Produzieren sehen lassen. Wie bereits zuvor beschrieben, verwenden Die Möbelmacher für ihre Produkte nur ökologisch ausgewählte Materialien, Vorprodukte oder Einbaugeräte. Das ganzheitliche Konzept der ökologisch und biologisch optimierten Einrichtung wird durch die verwendeten Nicht-Holzteile in gleicher Weise ergänzt. Dieses Produkt-Konzept wird seit 1997 durch die ökologisch optimierte Werkstatt (Neubau) und seit 2002 durch das „Regionale Musterhaus“ als ganzheitliches Konzept flankiert.
Die Einzelanfertigung von langlebigen Möbeln aus dem Massivholz der nachhaltig genutzten regionalen Wälder mit einer leicht nachpflegbaren Oberfläche aus Naturharzölen und deren Lieferung mit einer Verpackung aus stabilen Packdecken ist eine Fertigungstiefe und -Technik, die unter Nachhaltigkeitskriterien nicht nur durch die Herkunft des Nachhaltigkeitsprinzips aus der Forstwirtschaft als vorbildlich gelten kann. Der ökologische Gewerbe-Holzbau in Niedrigenergiebauweise, der mit den Holzresten aus der Produktion auch das regionale Musterhaus und die eigenen Trockenkammern beheizt, der mit Solar- und Brauchwasseranlage ausgestattet ist und dessen Architektur ein Vorbild für Landschaftsverträglichkeit darstellt, ist nicht zuletzt durch den baubiologischen Innenausbau und den gabelstaplertauglichen Massivholzboden ein Beispiel für die ganzheitliche Darstellung einer Unternehmensphilosophie. Kurze Transportwege, die zum Beispiel beim regionalen Musterhaus auch explizit aufgeführt werden, viele Dieselfahrzeuge, die mit Biodiesel gefahren werden, ein benachbartes Sägewerk das mit Wasserkraft für Die Möbelmacher arbeitet und die Hoffnung, in den nächsten Jahren die Erzeugung von Strom aus Holzabfällen zu realisieren, geben dem Kunden ein Gefühl von ganzheitlicher, nachhaltiger Qualität und Glaubwürdigkeit.
Integrierte Produkt Politik (IPP) ist trotz oder wegen der Einzelanfertigung ein wichtiges Prinzip für Die Möbelmacher, weil die meisten problematischen Materialien, die in konventionellen Schreinereien eingesetzt werden, nicht verwendet werden. Ökologische Optimierung gemäß dem Gedanken von IPP ist damit sowohl bei der Produktauswahl, bei der Verfahrenstechnik als auch bei Investitionen zentrales Entscheidungskriterium.
Keine Lackieranlage, keine Spanplatten-Vorritzeinrichtung, keine Kantenanleimmaschine und keine Motivation diese Dinge anzuschaffen erleichtern auch unsicheren Kunden die Entscheidung in Richtung Massivholz mit hochwertigen Öloberflächen (für die aus Rücksicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter ausschließlich Allergiker-geeignete Produkte verwendet werden, deren Qualitätsverlust durch aufwändigere Techniken ausgeglichen werden muss). Die Ablehnung von problematischen Werkstoffen, zu denen neben den Spanplatten auch Muliplex- und Tischlerplatten gezählt werden, schränkt die Zielgruppe ein, vermittelt aber auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Anhängern nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe, das durch paralleles Anbieten unterschiedlicher Materialien nicht erreicht werden könnte. Die ökologische und ökonomische Optimierung der Produkte – zum Beispiel werden Hölzer wegen der dadurch verminderten Lebensdauer auch nicht farbig gebeizt – wird ergänzt durch die enorme Vielfalt und der Einfallsreichtum der Einzelanfertigung gegenüber, die durch Handzeichnungen während des Gesprächs und eine riesige Fotodokumentation von Einrichtungsbeispielen ergänzt wird. So kann gelebte und gewachsene Produktpolitik auch ohne Serienfertigung wirksam werden und bei vielen Verbrauchern einen Schritt in Richtung nachhaltigem Einkaufsverhaltens bedeuten.
Der „klassische“ Bereich der integrierten Produktpolitik, der Einkauf von umweltverträglichen Ergänzungsprodukten, die die Einrichtung komplett machen, hat seit der Betriebsgründung 1988 Tradition. Dass das Interesse für ökologisch verträgliche Produkte bei den Kunden zur Zeit wieder stark nachlässt, hat für Die Möbelmacher keinen Einfluss auf die Auswahl der Produkte. So ist zum Beispiel das Angebot an ökologischen Stoffen in letzter Zeit so zurückgegangen, dass die Auswahl für den Kunden reduziert werden musste. Auch der Anteil ökologisch gegerbten Leders geht derzeit zugunsten der konventionell umweltfreundlich gegerbten Leder zurück, trotzdem werden den Kunden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Produkte in allen Fachbereichen dargestellt. Der Komplettservice für die ganze Einrichtung vom Fußboden über die Möbel, Vorhänge und Accessoires bis zur Beleuchtung erspart den Kunden viel wertvolle Zeit und der Umwelt unnötigen Verkehr. Die Rücknahmegarantie wurde zwar noch nie in Anspruch genommen, der Umzugs-, Umbau- und Auffrischungsservice allerdings sehr häufig.
Die Förderung von sozialen und kulturellen Projekten und die Beteiligung an Netzwerken in der Region ist unter den vorangegangenen Punkten bereits mehrfach beschrieben worden. Die überaus aktive Rolle der Möbelmacher und seiner Geschäftsführer in der Region ist, wie bereits eingehend beschrieben, nicht Zufall, sondern integraler Bestandteil des unternehmerischen Konzeptes und der Philosophie. Da die Aktivitäten in diesem Bereich sehr zahlreich sind, erfolgt nachstehend eine chronologisch-tabellarische Aufzählung derjenigen Aktivitäten, die in die Philosophie der Möbelmacher integriert sind und durch Mitarbeiter, Geschäftsführer oder das Unternehmen Die Möbelmacher ausgeführt, organisiert, initiiert worden sind:
Kleiner Ausschnitt der Dokumentationen über die Arbeit der Möbelmacher:
Außerhalb der Bindung
Initiativen, Vereine, Netzwerke an denen Die Möbelmacher beteiligt
sind:
internes:
Personen, die die Entwicklung der Möbelmacher miterlebt haben: